Tierarztpraxis E.Schulze

Zusatzbezeichnung AKUPUNKTUR

Textfeld: Kastration

 

 

 

 

 

 

 

Kastration (Sterilisation) - weshalb und wann?

Es ist immer noch eine traurige Tatsache, dass die Zahl der jedes Jahr geborenen Welpen weitaus größer ist als die Anzahl von guten Plätzen, die für sie gefunden werden können. Das Ergebnis von diesem Missverhältnis ist, dass Tausende gesunder Tiere getötet werden und viele weitere sich einfach selbst überlassen bleiben. 
Indem Sie Ihren Hund kastrieren lassen, helfen Sie nicht nur, diese Zahl zu verringern, es handelt sich auch um die einfachste, sicherste und praktischste Methode, die Gesundheit und das Wohlergehen Ihres Hundes sicherzustellen.
Was geschieht während einer Kastration?
Beide, sowohl die Kastration des männlichen Hundes
als auch die des weiblichen, sind Operationen, die eine Vollnarkose erfordern. Ihr Hund muss vor der Operation über Nacht fasten, um das Risiko von Narkosezwischenfällen zu verringern. Insgesamt sind Komplikationen bei diesen chirurgischen Eingriffen jedoch sehr unwahrscheinlich, weil wir sie schon hundertemale durchgeführt haben und das gesamte Praxisteam über eine große Routine verfügt.
Die Kastration der Hündin wird häufig auch als "Sterilisation" bezeichnet, was medizinisch jedoch nicht korrekt ist, weil bei der Kastration die Keimdrüsen (Hoden oder Eierstöcke) entfernt werden, bei der Sterilisation nur unterbunden.
Beim Rüden werden zur Entfernung der Hoden mit einem relativ kleinen Schnitt die Hodensäcke
eröffnet, die Hoden vollständig entfernt und die Wunde wieder vernäht. In fast allen Fällen ist kein Verband und keine Wundbehandlung notwendig.
Bei der Hündin ist der Schnitt (in der Bauchmitte) etwas größer, weil Gebärmutter und beide Eierstöcke entfernt werden. Die Wunde wird abschließend in mehreren Etagen genäht und durch einen leichten Verband geschützt.

Was sind die Vorteile einer Kastration?
Rüde: Eine Operation ersetzt keine Erziehung, aber einige unkastrierte Rüden entwickeln mit Erlangen der Geschlechtsreife bestimmte unerwünschte Verhaltensweisen, wie z.B. aggressives Verhalten anderen Hunden oder sogar Menschen gegenüber, was bei kastrierten Rüden so gut wie nie vorkommt. Es gibt außerdem
Hinweise darauf, dass kastrierte Rüden später seltener an Erkrankungen der Prostata leiden.
Hündin: Die Kastration beendet die Blutung, die mit jeder Läufigkeit verbunden ist und verhindert Änderungen im Verhalten der Hündin. Zu den häufigsten Erkrankungen unkastrierter Hündinnen gehören vor allem die Scheinschwangerschaft und die Gebärmutterentzündung. Wird die Hündin vor der ersten Läufigkeit kastriert, wird die Häufigkeit von Gesäuge-Krebs drastisch gesenkt!

Wann sollte mein Hund kastriert werden?
Über die Wahl des richtigen Zeitpunktes gibt es sehr unterschiedliche Meinungen, so operiert man in den USA oder in England schon Welpen ab der 8. Lebenswoche. Wir raten demgegenüber dazu, die Geschlechtsreife erst eintreten zu lassen, was beim Rüden mit ca. 1 Jahr, bei der Hündin mit der ersten Läufigkeit der Fall ist.

Kann es für eine Kastration zu spät sein?
Es gibt kein Höchstalter für die Kastration, allerdings stellen sich dann einige Vorteile der Kastration - wie Minderung der Aggressivität, Senkung der Häufigkeit von Gesäugetumoren usw. - eventuell gar nicht oder sehr viel später ein.

Ist die
Kastration gefährlich?
Alle Operationen, die eine Vollnarkose erfordern, beinhalten ein gewisses Risiko. Dieses Risiko kann jedoch durch die Auswahl der Narkoseform gemindert werden. In unserer Praxis führen wir neben der "normalen" Narkose durch eine Injektion auch eine so genannte Intubationsnarkose durch, bei der der Hund - wie beim Menschen - an ein Narkosegerät angeschlossen ist, welches das Tier ständig beatmet und sehr genau zu steuern ist. Selbstverständlich beraten wir Sie gerne über die verschiedenen Möglichkeiten. Selbstverständlich können wir vor jeder Operation eine Blutuntersuchung durchführen, um das Narkoserisiko noch weiter zu minimieren.

Macht die Kastration meinen Hund dick und faul?
Die Kastration
hat auf die Lebensweise Ihres Hundes keine andere deutliche Auswirkung, als dass sie das Geschlechtsverhalten löscht. Bei hundegerechter Bewegung wird Ihr Hund nicht dick werden. Allerdings gibt es Hunde, die nach der Kastration das gewohnte Futter besser verwerten, weil sie einen niedrigeren Gesamtbedarf haben. Das Futter sollte dann in Menge oder Zusammensetzung den veränderten Gegebenheiten angepasst werden, auch hier beraten wir Sie gern.

Sollte meine Hündin wenigstens einmal Welpen bekommen?
Es ist ein Ammenmärchen, dass eine Hündin in ihrem Leben einen Wurf haben muss. Ihre Hündin wird das Muttersein nicht vermissen, wenn sie es nicht kennt. Im Wolfsrudel bekommt in
der Regel auch nur eine Wölfin Junge, alle anderen nicht.

Ist dieser Eingriff nicht völlig gegen die Natur?
Selbstverständlich gibt es keine "natürliche" Operation, aber mit der Verhinderung der Läufigkeit unternehmen wir auch nichts gegen die Natur: der Zyklus der Hündin unterscheidet sich sehr erheblich vom Zyklus der Frau: Die Hündin wird im Allgemeinen nur zweimal im Jahr läufig, zwischen diesen Läufigkeiten sind diese Hormone nicht aktiv. Mit der Operation wird der Zustand zwischen den Läufigkeit lediglich bis an das Lebensende verlängert, für die Hündin also ein sehr natürlicher Zustand. 

Falls Sie noch Fragen haben, beraten wir Sie gerne!