Tierarztpraxis E.Schulze

Zusatzbezeichnung AKUPUNKTUR

Textfeld:

   fenen Meridians mit den Passage-

   punkten des Meridianpartners

   (Lu-Di, Ma-MP, He-Dü, Bl-Ni,

   Pe-3E, Gb-Le).

Zeitschrift für Ganzheitliche Tiermedizin 2002; 16; 8 - 14

8 l Schmerztherapie mit Akupunktur

 

Die Goldimplantation

nach der TCM 

Diagnostik und Auswahl der Punkte

 

Erhard Schulze    

Einleitend möchte ich die allgemeine
Charakteristik von Akupunkturpunkten
und die Regeln ihrer Kombination in der
TCM kurz in Erinnerung bringen.

Einzelpunkte

^ Ah-Shi-Punkte sind druckschmerz-
hafte Punkte im betroffenen Gebiet,
die sich auf oder neben den Meridia-
nen befinden können. Man kann
dies auch »Da-Wos-Akupunktur«
nennen:  DA stechen, WO'S wehtut.

^  Lokale Punkte liegen auf den Meri-
dianen im betroffenen Gebiet oder
nahe daneben. Beispiel Di 20 bei
Schnupfen oder Di 11 bei Epikondy-
litis, obwohl letzterer nicht genau im
Gebiet liegt, sondern der nächstgele-
gene Meridianpunkt ist.

Nahpunkte liegen nicht im betroffe-
nen Gebiet, sondern - wie der Name
schon sagt - in der Nähe. Ein schö-
nes Beispiel hierfür ist Gb 20 für die
Behandlung des Tinnitus.

Fernpunkte liegen weit vom Ort des
Problems entfernt, sie müssen nicht

 

 

l Zusammenfassung

Nach einer kurzen Darstellung der allge-
meinen Prinzipien der Punktauswahl in
der TCM werden die grundsätzlichen
Unterschiede zwischen der Nadelaku-
punktur und der Goldakupunktur erläu-
tert. An zwei Beispielen - der Behand-
lung arthrotischer Beschwerden am
Hüftgelenk und am Ellenbogengelenk -
wird das konkrete Vorgehen erläutert.

 einmal auf einem Meridian liegen,
 der durch das betroffene Gebiet
 zieht. Beispiele sind Di 4 oder Le 3
 bei Kopfschmerzen.

 ^ Beispiele   für   symptomatische
     Punkte
sind LG 26 bei Schock oder
     Pe 6 bei Erbrechen.

^ Xi-Punkte sind spezielle Punkte für
     akute Erkrankungen.

^ Die energetischen Punkte nach den
      fünf Wandlungsphasen dienen be-
      sonders der Energieverteilung zwi-
      schen den Meridianen.

 

Punktkombinationen

> Punktketten liegen alle auf einem
     Meridian; sie setzen sich deshalb
     häufig aus lokalen Punkten, Nah-
     und Fernpunkten zusammen. Bei-
     spiele sind Gb 1, Gb 14, Gb 20 und Gb
     44 bei Konjunktivitis oder Di 15, Di
     14 und Di 4 bei Schulterzerrungen.

> muss oder will man z.B. bei örtlich
     begrenzten Schwellungen mehrere
     Nadeln verwenden, ist die wohl ein-
     fachste Form der Punktkombination,
     das gesamte Gebiet zu
umstechen
    
(surround the dragon, taiying)

> Bei der Vor-Hinter-Kombination
    
werden Meridianpunkte genadelt,
     welche im Meridianverlauf vor oder
     nach dem betroffenen Gebiet liegen.
     Im Prinzip gehört hierhin auch die
     Yin/Yang-Kombination.

> Die Shu-Mu-Kombination kombi-
     niert Zustimmungspunkte mit den
     entsprechenden Alarmpunkten.

> Die Yuan-Luo-Kombination ver-
     wendet die Quellpunkte des betrof-

 

 

 

 

 

 

 

 

Ganzheitliche Tiermedizin 2002; 16: 8-14

 

Diagnose und Therapie

Ob Nadel oder Gold - für beide Thera-
pieformen gilt (wie eigentlich immer in
der Medizin): keine Therapie ohne vor-
herige Diagnose! Dies mag selbstver-
ständlich erscheinen, aber in der täg-
lichen Routine kann man durchaus zu
einer Diagnose kommen, weil eine The-
rapie vermeintlich beherrscht wird. Bei-
spiel: Ein Nachbarkollege (kein Aku-
punkteur) hatte von den Erfolgen der
Goldakupunktur (GA) bei Hüftdysplasie
(HD) gehört und führt diese nun auch
durch. Ein Patientenbesitzer will sich je-
doch vorher bei mir informieren und
schildert die Symptome: Hund, zwei
Jahre alt, hochgradige HD, periodische
Fieberschübe, anfallsweise stechende
Schmerzen. Am Telefon äußerte ich vor-
sichtig meine Bedenken, dass die HD die
Ursache der Beschwerden sei. Besuch in
meiner
Praxis, hier sämtliche Gelenke
warm und schmerzhaft, fieberfrei: Blut:

Borreliose. Nach entsprechender Thera-
pie (keine GA!) war der Hund beschwer-
defrei.

Wenn die Diagnose gestellt wurde,
muss die Therapie der Erkrankung ange-
messen sein. Ich darf keine offenen
Frakturen z.B. nur mit Aspirin behan-
deln. Aus obigem Beispiel folgt auch,
dass die Therapie wirksam sein muss.
Eine Infektion wird nicht allein mit
Goldakupunktur behandelt.

Als letztes muss eine gewählte The-
rapieform natürlich - wenn schon nicht
völlig nebenwirkungsfrei - so doch
möglichst nebenwirkungsarm sein. Es
nützt niemandem, den Teufel mit dem
Beelzebub auszutreiben.

Das Gesagte gilt natürlich für die
Nadelakupunktur ebenso wie für die
Goldakupunktur.

 

Beispiel: arthrotische Beschwerden

Die Behandlung arthrotischer Be-
schwerden ist ein hervorragendes Indi-
kationsgebiet für die Goldakupunktur
.

 

 

Der Ausdruck »arthrotische Beschwer-
den« impliziert ein degeneratives Ge-
schehen mit Veränderungen, in der Re-
gel Zubildungen, im Gelenkbereich. So
vage dieser Begriff auch ist, nach der
TCM-Diagnose Bi-Syndrom erfasst diese
Störung sowohl die Schmerzhaftigkeit
als auch die Einschränkung der Beweg-
lichkeit. Nach TCM dringt Wind, Kälte,
Hitze oder Feuchtigkeit oder eine Kom-
bination dieser äußeren pathogenen
Faktoren in das Meridiansystem ein und
führt zu einer Obstruktion von Qi und
Blut. Andere mögliche Ursachen dieser
Obstruktion sind auch diverse Traumen
wie Distorsionen u.ä. Die Akupunktur-
Therapie zielt folglich darauf ab, entwe-
der die äußeren pathogenen Faktoren zu
beseitigen und/oder den harmonischen
Qi-Fluss wieder herzustellen und die
Blut-Stase zu beseitigen.

Zunächst sollen die grundsätzlichen
Unterschiede zwischen der Nadelaku-
punktur und der Goldakupunktur dis-
kutiert werden.

Nadelakupunktur

Die Nadelakupunktur zeichnet sich zu-
nächst dadurch aus, dass in der Regel
mehrere Sitzungen zur Erreichung des
therapeutischen Zieles notwendig sind.

Die Punktauswahl erfolgt gemäß
den allgemeinen Regeln der TCM, wobei
in den nächsten Sitzungen auch das Er-
gebnis der vorherigen Behandlungen in
die Überlegungen zur Punktauswahl mit
einfließt. Das Disharmoniemuster wird
sich idealiter während der Therapie in
einen harmonischen Zustand wandeln.
So ist es z.B. durchaus üblich, dass unter
der  Therapie   Zustimmungs-(Shu-)
Punkte ihre Druckdolenz verlieren. Bei
einigen Disharmoniemustern ist es er-
folgreicher, zunächst die schlimmsten
Folgen der Disharmonie zu behandeln
und dann erst die Ursache, bei anderen
kann es umgekehrt sein. Die »Kunst« des
Akupunkteurs liegt auch in seiner Fä-
higkeit, auf den veränderten Zustand
adäquat zu reagieren.

Goldakupunktur

Demgegenüber zeichnet sich die Gold-
akupunktur dadurch aus, dass eine Än-
derung der Punktkombinationen wäh-
rend der Behandlung nicht möglich ist.
Sind die Goldstückchen einmal implan-
tiert, muss man davon ausgehen, dass
sie ein Leben lang diesen Punkt reizen.
Schon aus diesem Grunde sollte man
keine Ah-Shi-Punkte benutzen, denn
ihre Existenz ist zeitlich begrenzt, und
wenn eine weitere Reizung schon nicht
schädlich ist, so ist sie doch überflüssig.

Ich habe bei bisher über 1000 Be-
handlungen bei der Goldakupunktur
noch nie »Einflussreiche-Hui-Punkte«
benutzt. Natürlich setze ich bei der Na-
delakupunktur z.B. KG 17 für das Qi, Bl
17 für das Blut, Gb 34 für die Sehnen und
Bl 11 für die Knochen ein. Aber warum
sollte sich ein erfolgreich mit der Gold-
akupunktur therapierter Hund nicht
irgendwann z.B. eine Zerrung, einen
Bluterguss o.a. zuziehen? Dann bin ich
froh, dass mir diese Punkte nach wie vor
zur Nadelakupunktur zur Verfügung
stehen.

Energetische Punkte im Sinne der
fünf Wandlungsphasen besitzen in der
Regel zwar auch lokale Wirkung im
Meridian, ihr eigentliches Einsatzgebiet
sind jedoch Disharmonien zwischen
den Wandlungsphasen. Auch hier gilt
für mich: warum benutzen, wenn es
auch ohne geht?

Demgegenüber setze ich regelmäßig
Fernpunkte ein, allerdings auch nur die
Öffnungspunkte für das Lenkergefäß
(Du Mai), also Dü 3, und für das Gürtel-
gefäß (Dai Mai), Gb 41. Dies aber auch
nur, wenn sich mehr als zwei Spondy-
lose-Spangen in der LWS befinden.

Ich will diese allgemeinen Ausfüh-
rungen beispielhaft am Hüft- und am
Ellenbogengelenk konkretisieren

Goldakupunktur am Hüftgelenk

In der täglichen Praxis kommen die HD
und die damit oft verbundenen Cox-
arthrosen sehr häufig vor. Die schulme-
dizinische Behandlung besteht i.d.R.
zum einen in der Anwendung von Stero-

 

 

 

 

 

Ganzheitliche Tiermedizin 2002; 16: 8-14

iden oder NSAIDs, zum anderen in di-
versen Operationen, angefangen von der
Pectineus-Resektion, der Denervation
(entweder von dorsal oder - seit neues-
tem - auch von ventral), der Femur-
kopfresektion bis hin zur Totalendo-
prothese.

Ihre ersten Fälle werden Hunde sein,
die auf die medikamentöse Therapie
nicht oder nicht mehr ansprechen und
deren Besitzer ihrem Hund die Bela-
stung einer großen Operation (noch)
nicht zumuten mögen.

Mit Erfahrung in der Nadelaku-
punktur, d.h. dem Erspüren und nicht
dem Auswendiglernen der Punkte, ist
die Goldakupunktur am Hüftgelenk re-
lativ einfach durchzuführen und zeigt
sehr schnell Erfolge. Der erste »Thera-
pie-Versager« war z.B. bei mir der Hund
Nr. 34, d.h. 33 behandelte Hunde spra-
chen schon sehr gut auf die Goldaku-
punktur an, auch als ich noch absoluter
Anfänger in dieser Therapie war.

Auf die Notwendigkeit einer gründ-
lichen orthopädischen Untersuchung im
schulmedizinischen, aber auch im kom-
plementärmedizinischen Sinne habe ich
bereits hingewiesen. Diese Untersu-
chung sollte in der Betrachtung eines
aktuellen Röntgenbildes seine Fortset-
zung finden: Wie bei der HD-Auswer-
tung beurteilen wir zunächst den kra-
niodorsalen und kranioventralen Pfan-
nenrand, das Pfannendach, die Form des
Femurkopfes, die Form des Femurhal-
ses, den Sitz des Kopfes in der Pfanne
anhand des Mittelpunktes des Femur-
kopfes und den Gelenkspalt (Abb. l).
Dabei müssen wir immer im Hinterkopf
behalten, dass das Ausmaß der röntge-
nologischen Veränderungen nicht im-

Abb. 1: Normales Hüftgelenk

10 l Schmerztherapie mit Akupunktur

 

 

mer mit dem Ausmaß der Beschwerden
korreliert. So können Veränderungen,
die auf dem Röntgenbild kaum ins Auge
springen, so große Beschwerden ma-
chen, dass der Hund kaum laufen kann.
Und umgekehrt: Manchmal wundert
man sich, wie sich ein Hund mit röntge-
nologisch sehr schlechten Hüften noch
bewegen kann.

Wir sehen in Abbildung 2 u.a. hoch-
gradige Zubildungen am vorderen Pfan-
nenrand, Auflagerungen am ventralen
Pfannenrand, Deformation beider Fe-
murköpfe mit unterschiedlichen Dich-
tigkeiten, Zubildungen im Femurhals-
bereich und zumindest auf der rechten
Seite eine Subluxation. Der erste Tier-
arzt an dieser 6-jährigen DSH-Hündin
riet von allen Therapieversuchen ab und
wollte auf der Stelle euthanasieren. Der
zweite versuchte zunächst erfolglos
NSAIDs und überwies dann zur Total-
endoprothese in eine Klinik. Die Klinik
riet jedoch wieder von der OP ab, weil
kein Bein in der Lage war das andere für
rnehrere Wochen zu entlasten.

Durch Zufall hörten die Besitzer von
der Goldakupunktur. Diese wurde von
mir durchgeführt und die Hündin
zeigte deutliche Besserung nach sechs
Tagen und war nach 14 Tagen nach An-
gaben des Besitzers und des zweiten
Tierarztes absolut beschwerdefrei.

Akupunkturpunkte am Hüftgelenk

Am Hüftgelenk finden wir den Gallen-
blasenmeridian mit den Punkten
Gb 29
und
Gb 30, sowie den Blasenmeridian
mit dem Punkt
Bl 54. In der ventrodor-
salen Projektion der Röntgenaufnahme
(Abb. 3) befindet sich Gb 29 meistens la-
teral des kraniodorsalen Pfannenrandes
und Gb 30 lateral des kaudalen Pfannen-

 

 

 

 

randes. Bl 54 ist hier ziemlich genau
zwischen diesen Punkten, bei vielen
Hunden jedoch weiter kranial und/oder
weiter lateral. Die Punkte sollten also
sorgfältig ertastet werden; und dann
der Nadel vertrauen. Ich möchte an die-
ser Stelle nachdrücklich darauf hinwei-
sen, dass Punktsuch-Geräte meiner An-
sicht nach völlig ungeeignet sind, die
exakte Lage der Punkte zu bestimmen.

^ Der Punkt Gb 29 zeichnet sich vor al-
lem durch seine lokale Wirkung aus.
Im Bereich des Hüftgelenks leitet er
Feuchtigkeit und Wind aus und
macht damit den Meridian durch-
gängig, also genau das, was wir auch
erreichen wollen. Seine Wirkung auf
den gesamten Körper besteht in der
Tatsache, dass er ein Kreuzungs-
punkt mit einem »Außerordent-
lichen Meridian«, dem Yang-Fersen-
gefäß (Yang Quiao Mai) darstellt.
Dieser »Außerordentliche Meridian«
versorgt die Augen mit Yang und
Nierenessenz-Jing-Qi, entfernt darü-
ber hinaus inneren und äußeren
Wind aus dem Kopf und schließlich
- was uns zugute kommt - befreit er
die Wirbelsäule von Blockaden und
Stagnation. Eine Dauerakupunktur
wird also keinen Schaden anrichten,
deshalb können wir diesen Punkt
benutzen.

^ Der im Meridianverlauf nächste
     Punkt,
Gb 30 (huantiao), weist ne-
     ben seiner lokalen Wirkung, näm-
     lich der Stärkung der Lumbal- und
     Hüftregion, die Fähigkeit auf, Qi-
     Stase und Blutstagnation im Gallen-
     blasenmeridian zu beseitigen. Als
     Kreuzungspunkt mit dem Blasen-
     meridian (Fuß-Taiyang) hat er diese

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ganzheitliche Tiermedizin 2002; 16: 8-14

 

 

 

 Wirkung auch im Blasenmeridian.
 Darüber hinaus vertreibt er äußeren
 Wind, Kälte und Feuchtigkeit und
 tonisiert Qi und Blut. Auch dies alles
 Eigenschaften, die wir durchaus be-
 nutzen wollen. Eine Kontraindika-
 tion für diesen Punkt existiert eben-
 falls nicht.

^ Der dritte Hüftpunkt ist Bl 54 (zhi-
 bian) auf dem Blasenmeridian. Auch
 er hat als lokale Wirkung das Durch-
 gängigmachen der Meridiane und
 auch der Netzgefäße. Über seine
 ausstrahlende Wirkung in den Bla-
 senmeridian stärkt er die Wirbel-
 säule und das Knie. Auch dies sind
 durchaus wünschenswerte Effekte
 zur Entlastung des Hüftgelenks.

In unmittelbarer Nähe des Hüftge-
lenkes verlaufen also zwei Meridiane
mit insgesamt drei Punkten. Alle Punkte
haben vornehmlich lokale Wirkung; die
Wirkung auf den gesamten Körper be-
steht in der Aufhebung der Qi-Stagna-
tion und der Blut-Stase, also den Ursa-
chen des Bi-Syndroms, und in der Stär-
kung benachbarter Regionen und damit
der Entlastung des Hüftgelenkes. Alle
drei Punkte sollten möglichst benutzt
werden.

Röntgenaufnahmen nach Goldakupunktur an der Hüfte

Alle Aufnahmen stammen von Hunden,
die innerhalb von fünf Tagen absolut be-
schwerdefrei waren. Zunächst ein Vor-
her-Nachher-Beispiel (Abb. 4). Die Hüfte
des Hundes von
Abbildung 5 sieht gar
nicht so dramatisch verändert aus. Aber
wir müssen uns vergegenwärtigen, dass
die Röntgenuntersuchung eine Hilfs-
untersuchung ist und eine klinisch-or-
thopädische Untersuchung selbstver-
ständlich nicht überflüssig macht. Die-
ser Hund zeigte extrem schmerzhafte
Trigger-Punkte: die passive Beweglich-
keit der Hüfte war stark eingeschränkt
und ebenfalls sehr schmerzhaft.

Dass der Hund von Abbildung 6
Hüftprobleme hat, kann man fast schon
alleine aus dem Röntgenbefund ablei-
ten: hochgradige Zubildungen am kra-
niodorsalen Pfannenrand, sehr flache
Pfanne, pilzförmige Deformation des

 

 

 

 

Abb. 4: Hunde-Hüfte vor und nach der Goldakupunktur (GA)

Abb. 5: Hunde-Hüfte, nicht dramatisch verändert. Kontrolle nach GA

Oberschenkelkopfes, Verdickung des
Oberschenkelhalses, Subluxation.

Es ist in den Röntgenbildern auffäl-
lig. dass das Gold nicht immer exakt an
der gleichen Stelle liegt. Wenn Sie mir
glauben, dass alle Hunde nach fünf Ta-
gen beschwerdefrei waren, gibt es ei-
gentlich nur zwei sinnvolle Erklärun-
gen: Entweder sind die Akupunktur-
Punkte tatsächlich in ihrer Lage in
gewissen Grenzen variabel, oder es ist
fast völlig gleichgültig, wo das Gold
liegt, da es gar keine Akupunktur-Wir-
kung ist, die wir hier vorfinden, sondern
eine wie auch immer geartete Wirkung
des Goldes als Metall. Diese Frage werde
ich weiter unten zu klaren versuchen.

Goldakupunktur nach Femurkopf-
resektion

Abbildung 7 zeigt die Hüfte eines Hun-
des (Mix, 8 jähre), Zustand ein Jahr nach
Femurkopfresektion links. Der Besitzer
hatte schon einen Termin, um die knö-
chernen Zubildungen erneut operativ zu
entfernen, wollte dies dem Hund jedoch
nicht mehr zumuten. Bis zu diesem Tag
hatte ich mich geweigert, derartige Pa-
tienten mit der Goldakupunktur zu be-
handeln, weil ich befürchtete, dass es,
wenn die Goldakupunktur wirkt und
der Hund wieder tollen kann, zu einer
traumatischen Luxation der Hüfte kom-
men kann. Der Besitzer bat mich darauf-
hin, den Hund zu euthanasieren, um
ihm weitere Qualen zu ersparen. Weil
der Hund jedoch vom Charakter her ein
vorbildliches Tier war und vor Lebens-
lust nur so sprühte, habe
ich die Eutha-
nasie nicht übers Herz gebracht.

Also habe ich doch die Goldaku-
punktur durchgeführt, wenn auch mit
schlechtem Gefühl und schlechtem Ge-
wissen. Das Ergebnis ist in
Abbildung 8
ersichtlich. Es ist zu beachten, dass Bl 54
bzw. das Gold schon wieder woanders
liegt. Der Hund war am nächsten Tag be-
schwerdefrei.

Mittlerweile habe ich 17 Hunde
mit der Goldakupunktur behandelt,
die vorher schon eine Femurkopfresek-
tion durchgemacht hatten: Bei allen
hat die Goldakupunktur für völlige
Schmerz- und Bewegungsfreudigkeit
geführt.

Der besondere Fall

»Bounty« ist eine 6-jährigc Bordercollie-
Hündin. Sie war bei einem anderen Kol-
legen mit Goldakupunktur behandelt
worden. Bounty lahmte nach wie vor,
hatte große Schmerzen und baute nach
Angaben der Besitzerin psychisch im-
mer mehr ab, weil sie sich ja bewegen
wollte, aber nicht konnte

Was tun? Am Telefon habe ich der
Besitzerin zunächst gesagt, dass eine
nochmalige Goldakupunktur keinen
Sinn mache und es vorkommen könne,
dass die Therapie nicht anschlägt. Sie
bestand jedoch auf einer Untersuchung.
In Abbildung 9 sehen wir, dass von den
sechs Punkten fünf nicht getroffen wur-
den - lediglich bei Gb 29 rechts - liegen
die Goldstücke korrekt.

Ich habe daraufhin bei Bounty eine
Goldakupunktur durchgeführt. Das Er-
gebnis ist in Abbildung 10 dargestellt.
Mit Pfeilen ist gekennzeichnet, welche
Goldstücke von mir platziert wurden.

Sie werden es schon ahnen: Bounty
war nach fünf Tagen schon last wieder

 

Ganzheitliche Tiermedizin 2002; 16: 8-14

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abb. 6: Hunde-Hüfte: hochgradige Zubildungen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abb. 7: Hunde-Hüfte: Zustand ein Jahr nach Femurkopfresektion

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abb.8: Hund nach GA

 

12 l Schmerztherapie mit Akupunktur

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abb. 9: „Bounty“ mit bestehender, bis auf
Gb 29 rechts falsch platzierter GA

die Alte und nach zehn Tagen absolut
beschwerdefrei. Mittlerweile nimmt sie
wieder regelmäßig und ohne weitere
Medikation an diversen Agility-Meister-
schaften teil, und zwar mit großem Er-
folg.

Ich denke, dass dieses kleine Beispiel
zeigt, wie wichtig Kenntnisse und
Übung in der Akupunktur gerade bei
der Durchführung der Goldakupunktur
sind.

Bei aller Euphorie über die Ergeb-
nisse: Wir sind nicht in der Lage. einen
Erfolg zu garantieren!

Natürlich hätte ich gerne 100%igen
Erfolg und habe deshalb versucht, vor-
her quasi »auszutesten«, ob die Gold-
akupunktur hilft: Ich habe zunächst bei
einigen Hunden, deren Besitzer keine
weite Anreise hatten, die Nadelaku-
punktur durchgeführt, bei einigen Pro-
cain-Depots in die Punkte injiziert usw.
Ergebnis: Auf diese Art kann man nicht
austesten, ob die Goldakupunktur er-
folgreich sein wird!

Goldakupunktur am Ellenbogen

Auch dieses Gelenk ist in der täglich Pra-
xis oft von arthrotischen Veränderungen
betroffen: Erinnert sei nur an die Labra-
dore mit ihrer Ellenbogendysplasie,
ganz zu schweigen von den Hunden, die
eine operative Behandlung mitgemacht
haben.

Die TCM-Ableitung der Punkte ist
hier wesentlich aufwändiger als beim
Hüftgelenk, aber wenn man die Überle-
gungen systematisch überträgt, kann
man im Prinzip alle Gelenke mit der
Goldakupunktur erfolgreich behandeln.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abb.10: „Bounty“ nach erneuter (Pfeile) GA

 

In Abbildung 11 am gesunden Ge-
lenk mit l gekennzeichnet sehen wir
den Processus anconeus der Ulna, teil-
weise vom Humerus überlagert. Oft ist
für die Feststellung einer Ablösung die-
ses Processus eine Röntgenaufnahme in
stärker gebeugter Haltung notwendig.
Mit 2 ist der mediale Teil des Processus
coronoideus der Ulna gekennzeichnet,
vom Radiusköpfchen mehr oder weni-
ger deutlich überlagert. Pfeil 3 zeigt auf
den lateralen Teil des Proc. coronoideus.
Pfeil 4 weist auf die Kaudalseite der me-
dialen Humeruskondyle, Pfeil 5 auf die
Kaudalseite der lateralen Humeruskon-
dyle.

Akupunkturpunkte am Ellenbogen:

Yin-Meridiane

Beginnen wir mit dem Lungenmeridian
und seinem Punkt Lu 5. Er ist zunächst
der Wasserpunkt des Lungenmeridians
und wird als solcher vor allem einge-
setzt zur Kühlung bei Hitze-Zuständen,
darüber hinaus tonisiert er das Yin und
dient der Befeuchtung bei Trockenheit.
Lu 5 findet also vor allem Anwendung
bei folgenden TCM-Syndromen:

>  Lungen-Hitze,
>  Schleim-Hitze-Retention   in   der

    Lunge und

>  Lungen-Yin-Leere.

Alles natürlich in Kombination mit
anderen Punkten. Seine örtliche Wir-
kung ist mir zu gering, um ihn für die
Goldakupunktur zu benutzen.

Der nächstfolgende Yin-Meridian ist
der Kreislauf-/Perikard-Meridian mit
dem Punkt Pe 3 (oder KS 3). Auch dieser
Punkt ist der Wasserpunkt des Meridi-

 

 

 

 

Ganzheitliche Tiermedizin 2002; 16: 8-14

ans und findet deshalb vor allem An-
wendung bei akuten Hitze-Zuständen.
Seine TCM-Indikationen sind z.B.

>  Sommerhitze,

>  Blut-Hitze und

>  exzessbedingtes Herz-Feuer.

Als Gruppen-Luo-Punkt der Yang-
Meridiane des Armes hat er auch Aus-
wirkungen auf andere Meridiane. Bei
der Nadelakupunktur des schmerzhaf-
ten Ellenbogengelenkes ist er in den
ersten Sitzungen gut anzuwenden, eine
Verwendung in der Goldakupunktur ist
nicht angebracht, weil es per definitio-
nem nichts zu kühlen gibt.

Ähnliches gilt für den Punkt des
nächsten Yin-Meridians: Dies ist der
Herzmeridian mit seinem Punkt He 3.
Natürlich ist auch er der Wasserpunkt
des Meridians und seine Wirkung ist der
des Pe 3 sehr ähnlich. Dieser Punkt ist
bei mir in der Nadelakupunktur erste
Wahl, wenn es gilt, eine Herz-Yin-Leere
zu behandeln. Des weiteren kühle ich
mit diesem Punkt, weil Wasserpunkt,
zunächst Hitze-Zustände, vertreibe z.B.
Herz-Feuer, wobei es gleichgültig ist, ob
dieses Herz-Feuer fülle- oder leerebe-
dingt ist. Darüber hinaus kann man mit
diesem Punkt eine Stagnation im Meri-
dian angehen, z.B. bei Arm- oder auch
Thoraxschmerzen.

Mir persönlich ist seine Wirkung auf
das Herz zu stark, um ihn bei Ellenbo-
genarthrosen einzusetzen.

Yang-Meridiane

Der erste und zugleich wichtigste Yang-
Meridian, der über das Ellenbogenge-
lenk zieht, ist der
Dickdarmmeridian

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abb. 11: Unauffälliges Hunde-Ellenbogen-gelenk. Erläuterungen im Text

mit seinen Punkten Di 10, Di 11 und Di
12. Auch diese Punkte sollen einzeln
kurz charakterisiert werden.

Di 10 (shousanli) ist »verwandt« mit
Ma 36 (deshalb auch der gleiche chine-
sische Name) und besitzt Indikation bei
drei Syndromen:

> Störungen im Verlauf des Dickdarm-
meridians,

>  Qi-Stagnationen in Magen und Darm

und
>   Schwellungen.

In der Nadelakupunktur ist er also
sehr gut zu benutzen, weil er Wind aus
dem Meridian vertreibt und die Schwel-
lungen auflöst. In der Goldakupunktur
benutze ich ihn nicht, weil er über die
Regulierung der Magen- und Darm-
funktion für mich zu starke Wirkung
außerhalb seines Ortes besitzt. Ich be-
handle mit ihm z.B. Erbrechen, Diarrhö,
Obstipation.

Der nächste Punkt, Di 11 (quchi), ist
ähnlich Di 4 einer der großen und wich-
tigen Punkte der Akupunktur: Zunächst
vertreibt er äußeren Wind und hier vor
allem Wind-Hitze, die bereits auf dem
Wege ist, sich zur Blut-Hitze zu wan-
deln. Aufgrund seiner Wirkung gegen
Hitze ist er ein ausgezeichneter Punkt
bei akutem Fieber. Ähnlich wie Di 4 re-
guliert er den Meridian, wobei für Di 4
eher die Bereiche Hand und Gesicht, für
Di 11 das Gebiet um den Ellenbogen
Hauptwirkort ist. Durch die Regulierung
des Dickdarm-Organs sollte er bei
Darmspasmen immer Verwendung fin-
den.

Bei der Nadelakupunktur können
mit Di 11 Muskelverspannungen und
Schmerzen vor allem im Schulter-Arm-
Bereich angegangen werden. Während
Di 4 Schwellungen in der unteren und
oberen Körperhälfte in Bewegung brin-
gen kann, bezieht sich diese Eigenschaft
bei Di 11 auf den Rücken und die obere
Körperhälfte (z.B. Schilddrüsenvergrö-
ßerungen, Furunkel o.a.). Er beruhigt das
Leber-Yang und ist deshalb z.B. bei gerö-
teten Hauterkrankungen zu benutzen.

Sie ahnen es schon: Diesen Punkt in
der Goldakupunktur besser nicht benut-
zen!

 

 

Di 12 (zhouliao) macht zunächst den
Meridian und die Netzgefäße durchgän-
gig. Über diese Wirkung hat er unter-
stützende Eigenschaften auf die Ge-
lenke. Wir haben also endlich einen
Punkt gefunden, den wir ohne Gefahr
permanent mit dem Gold stimulieren
können.

Der Drei-Erwärmer-Meridian hat
mit seinem Punkt
3E 10 (tianjing) Ver-
bindung zum Ellenbogengelenk. Er be-
sitzt als Erdepunkt des Meridians ener-
getische Eigenschaften. In erster Linie
beseitigt er jedoch Stauungen im Meri-
dianverlauf  und hier natürlich be-
sonders im Ellenbogen. In Zusammen-
arbeit mit anderen Punkten kann er
benutzt werden, um feuchte Hitze,
Schleim und Feuer-Gift zu entfernen,
mit wieder anderen Punkten (z.B. He 3
!!) reguliert er den Herz-Geist und kann
unterstützend bei der Mobilisierung des
Leber-Qi eingesetzt werden. Weil seine
Hauptwirkung jedoch im Meridian liegt
und andere Wirkungen nur in Kombina-
tion mit anderen Punkten erzielt wer-
den können, setze ich ihn bei der Gold-
akupunktur gerne ein.

Der sechste und letzte Meridian, der
über das Ellenbogengelenk läuft, ist der
Dünndarmmeridian. Der Punkt Dü 8
(xiaohai) ist ebenfalls der Erdepunkt
des Meridians. Seine Hauptwirkung ist
lokal, vor allem bei Störungen im Meri-
dianverlauf. Zwar kann auch dieser
Punkt energetisch eingesetzt werden,
allerdings würde man in der Nadelaku-
punktur dann wohl eher Dü 5 bevorzu-
gen, der ähnliche Syndrome behandelt,
aber wesentlich stärker wirkt. Dü 8 ist
also ein Punkt, den ich sehr gerne bei
der Goldakupunktur des Ellenbogens
benutze.

Ich fasse die Situation am Ellenbo-
gengelenk zusammen:

>    sechs Meridiane
>   mit insgesamt acht Punkten;

>   ohne Risiko können benutzt werden

 Di 12, 3E 10 und Dü 8:

>   nicht benutzt werden sollten Lu 5,

     Pe 3, He 3, Di 10 und Di 11.

 

 

 

Ganzheitliche Tiermedizin 2002; 16: 8-14

Röntgenaufnahmen nach GA am
Ellenbogen

Abbildung 12 zeigt das Ellenbogenge-
lenk eines 5-jährigen Schäferhundes,
der arthrotische Veränderungen an ei-
gentlich allen kritischen Stellen auf-
weist:
Abbildung 13 ist die Kontrollauf-
nahme nach erfolgter Goldakupunktur.
Der Hund war nach der GA absolut be-
schwerdefrei. Ein Vergleich der
Abb. 13
und 14 zeigt, dass ich nicht nur die von
mir bevorzugten Punkte benutzt habe,
sondern auch andere, aber ohne die
»kritischen« Punkte zu benutzen. Auf
der „Yin-Seite“ habe ich das Gold jeweils
ca. 1/2 Cun neben die eigentlichen Aku-
punkturpunkte gelegt. Damit habe ich
die energetische Hauptwirkungen die-
ser Punkte vermieden. Über die kleinen
Luo-Verbindungen erreiche ich aber

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abb.12: Ellenbogengelenk Schäferhund

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abb.13: Hund nach GA

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abb. 14: Beispiel mit anderer Punktverteilung. Erläuterungen im Text

 

 

 

 

 

 

 

dennoch den jeweiligen Meridian und
damit das Gelenk!

Fazit

Um eine Goldakupunktur erfolgreich
durchführen zu können, und dies auch
noch möglichst schnell, können die
Punkte durchaus nach den Kriterien der
TCM ausgewählt werden. Hierbei ist na-
türlich Grundvoraussetzung, ihre jewei-
lige Charakteristik und Wirkung auch in
Kombination mit anderen Punkten zu
kennen. Ich habe die Erfahrung ge-
macht, dass die Goldakupunktur umso
schneller wirkt, je genauer die zu tref-
fenden Punkte auch getroffen werden.
Bisher konnte ich es immer vermeiden,
starke energetische Punkte zu benutzen.
Dies war auch nie notwendig, um ein lo-
kales Geschehen zu behandeln.

Zusammenfassung der Vorgehens-
weise

Zunächst wird der Patient natürlich
gründlich untersucht. Diese Untersu-
chung dient zuerst der Feststellung, ob
es sich überhaupt um ein Bi-Syndrom
im Sinne der TCM handelt. Dabei sollten
wir nie den Vorberichten der überwei-
senden Kollegen ohne Überprüfung
glauben, denn falls dem Patienten nicht
geholfen werden kann, wird als Erstes
die Goldakupunktur dafür verantwort-

 

 

 

 

 

lich gemacht und nicht die Diagnose,
eben weil die Methode noch relativ un-
bekannt ist.

Stellen wir dann fest, dass es sich
tatsächlich um ein Bi-Syndrom an ei-
nem oder mehreren Gelenken handelt,
ist als Zweites zu prüfen, ob die Gold-
akupunktur als alleinige Therapie Aus-
sicht auf Erfolg hat. So verursacht z.B.
ein lange übersehener Kreuzbandriss in
der Regel Arthrosen am Kniegelenk.
Aber es kann durchaus sein, dass Band-
reste oder Knorpelschäden für das An-
dauern der Beschwerden sorgen, ob-
wohl die Probleme durch die Arthrosen
mit dem Gold sehr wohl behandelt wer-
den können. Ein hin- und herwandern-
der Chip im Schultergelenk sollte zuvor
chirurgisch entfernt werden. Anschlie-
ßend oder gleichzeitig kann dann die
Goldakupunktur erfolgen.

Erst wenn sehr wahrscheinlich ist,
dass die Goldakupunktur als alleinige
Therapie helfen kann, wird diese durch-
geführt. Dabei gilt es, für jedes Gelenk
die folgenden Fragen zu beantworten:

> Welches Gelenk ist betroffen?
>  Welche Meridiane sind in der Nähe?
>  Welche Punkte des Meridians kann
        ich benutzen und welche nicht?

Auf diese Weise kann die Goldaku-
punktur nebenwirkungsfrei folgende
Arthrosen behandeln:

 

 

 

 

 

 

 

 

Ganzheitliche Tiermedizin 2002; 16: 8-14

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gold implantation according
to TCM

After a short description of the basic
principles of choosing acupuncture-
points according to the System of tradi-
tional Chinese Medicine (TCM), general
differences between dry needle acu-
puncture and gold bead acupuncture
are explained. Two example's are given
to
demonstrate the procedure, i.e. the
treatment of arthrosis of the hip joint
and the elbow.

Keywords

Acupuncture, gold bead implanta-
tion, arthrosis, traditional Chinese
medicine

> 

 

Schulter

 

> 

 

Ellenbogen

 

> 

 

Karpus

 

> 

 

Hüfte

 

> 

 

Knie

 

> 

 

Tarsus

 

> 

 

Zehen

 

> 

 

Wirbelsäule.

 

Geboren 1951, nach dem Abitur zunächst Studium
von Philosophie, Politologie und Germanistik, an-
schließend Studium der Tiermedizin FU Berlin und
TiHo Hannover, Approbation 1982.
Von 1982 bis 1984 Assistenz in Gemischtpraxis,
seit 1984 in eigener Praxis (Kleintiere und Pferde)
tätig. Seit 1990 intensive Beschäftigung mit TCM
und Akupunktur.