Tierarztpraxis E.Schulze

Zusatzbezeichnung AKUPUNKTUR

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Osteopathie

 

Wir freuen uns, Ihnen die Osteopathie als eine neue Therapieform in unserer Praxis anbieten zu können.

 

Frau Körber hat hierfür eine langjährige Ausbildung zur geprüften Osteopathin bei dem französischen Institut IMAOV (www.tiamo-imaov.de) absolviert, welches auf die Begründer der tiermedizinischen Osteopathie (Evrard und Giniaux) zurückgeht. Es wird dort die ursprüngliche Form der Osteopathie gelehrt, im Gegensatz zu vielen anderen Instituten. Außerdem werden dort ausschließlich Tiermediziner/-innen zugelassen, um einen hohen Ausbildungsstandard zu garantieren.

Die Therapeuten haben eine langjährige Ausbildung hinter sich und ein Abschlussdiplom vorzuweisen, das sie von den „schwarzen Schafen“, die sich leider auch auf diesem Gebiet tummeln, unterscheidet.

 

Frau Körber wendet die Osteopathie bei verschiedensten Erkrankungen bei Kleintieren und Pferden an.

 

Wir möchten Ihnen kurz die Grundsätze der Osteopathie skizzieren, bevor wir näher auf die Anwendungsmöglichkeiten eingehen:

 

1. Veränderungen in der Struktur von Muskeln, Knochen oder inneren Organen, z.B. Kastrationsnarben, haben immer auch Auswirkungen auf die Funktion des betreffenden Gewebes, d.h., nur wenn die Struktur ungestört ist, kann das Organ auch ungestört arbeiten ( = Grundsatz von der Wechselbeziehung zwischen Struktur und Funktion).   

2. Liegt eine Störung an einer einzigen Stelle im Körper vor, so kann dies Auswirkungen auf weit davon entfernte Körperregionen oder sogar auf den gesamten Körper haben. So kann eine Lahmheit der Vordergliedmaßen sehr wohl auf einer Läsion im Kiefergelenk oder im Bereich der Halswirbelsäule beruhen. Auch ein Leckekzem an den Gliedmaßen könnte auf Irritationen der Wirbelsäule hinweisen              ( = Regel von der Gesamtheit des Körpers).

3. Die einwandfreie Flüssigkeitsver/– und Entsorgung aller Organe und jeder einzelnen Zelle mittels Blut, Lymphflüssigkeit sowie Gehirn-/ Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) ist unabdingbare Voraussetzung für deren volle und ungestörte Funktionstüchtigkeit. Wird die Ver– oder Entsorgung gestört, kommt es unweigerlich zu einer Schwächung des betreffenden Organs, da es zu einer Ansammlung von Toxinen und schädigenden Stoffen kommen kann und eine genügende Sauerstoffversorgung nicht mehr gwährleistet werden kann ( = Arterielle Regel).

4. Die osteopathische Behandlung führt zu einer Behebung der vorliegenden Blockaden, wodurch es zu einer Erholung des gesamten Körpers kommen kann. Ein guter Osteopath kann durch einen gezielt gesetzten Impuls die Selbstheilungskräfte und Regenerationsfähigkeit des Gewebes in Gang bringen.                                                                                                                                      

    

 

 

Ziel der Osteopathie (gr. osteo = Knochen; pathos = Leiden)

 

Das Ziel der osteopathischen Behandlung ist es, vorliegende Blockaden zu lösen, damit auf neuromuskulärem und biomechanischen Wege eine Wiederherstellung und Regeneration des Gewebes und der Organe erreicht werden kann.

Man unterscheidet sogenannte strukturelle Techniken von rein energetischen, enorm sanften Techniken. Letztere sind so fein, dass diese für ungeschulte Augen gar nicht sichtbar sind und es den Anschein haben mag, dass der Behandler „nur die Hände auflegt“. Es ist aber gerade das Können des Osteopathen, durch leiseste Impulse und minimalen Krafteinsatz mit dem Gewebe „zu sprechen“. Indem der Besitzer sein Tier beobachtet, kann er aber sehr wohl sehen, wieviel zwischen dem Behandler und dem Patienten passiert—dies können Gähnen, tiefes Einschlafen, bei Pferden auch Abschnauben, Schütteln oder Hinlegen sein.

Es ist daher unabdingbare Voraussetzung, dass jede Behandlung durch Ruhe und Harmonie geprägt ist. Der Therapeut fügt dem Tier niemals Schmerzen zu, da er auf keinen Fall gegen eine muskuläre oder fasziale Spannung arbeitet und z.B. ein Gelenk „einrenkt“, wie es bei der Chiropraktik der Fall ist.

Gerade deshalb ist die Osteopathie auch und vor allem für sehr ängstliche, hochschmerzhafte und auch schwierige Tiere hervorragend geeignet.

 

 

 

Indikationen für die Osteopathische Behandlung

 

Akute und chronische Bewegungsstörungen, z.B.

¨ Verstauchungen, „Verrenkungen“, Prellungen

¨ Muskuläre Verhärtungen und Verspannungen (v.a. im Rückenbereich)

¨ Steife und eingeschränkte Bewegungsfähigkeit

¨ Gleichgewichts– und Taktfehler (v.a. bei Pferden), Nachschleifen von Hufen oder Pfoten (abgenutzte Krallen und Hufe!)

¨ Kopf– und Schweif/Rutenschiefhaltung, Schweifschlagen, nicht biegen/stellen lassen, gegen den Zügel gehen

 

 

Neurologische Probleme:

¨ Bandscheibenvorfall - therapiebegleitend und unterstützend

¨ Muskelzittern

¨ Unspezifische Schmerzhaftigkeit, Leckekzeme, nicht erklärbare Berührungsempfindlichkeit

 

 

Sonstige Probleme:

¨ Headshaking bei Pferden!

¨ Kiefersperre, hart im Maul, verwerfen, gegen das Gebiss gehen

¨ Narben und Verklebungen - nach Operationen!!

¨ Sattelzwang

¨ Lymphstau

¨ Bestimmte Formen von Harninkontinenz, Harnabsatzschwierigkeiten

¨ Generell vor Ausbildungsbeginn/Anreiten bei Pferden

¨ Vor Turnierprüfungen oder Azsstellungen (bessere, entspannte Körperhaltung)

 

 

Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Anwendungsfälle, die jedoch immer im Einzelfall und individuell abgeklärt werden müssen.

In aller Regel handelt es sich bei unserem Patientengut um anderweitig austherapierte, vielfach sogar aufgegebene Tiere:

                                                    ein Versuch lohnt sich immer!!!

 

In den meisten Fällen können wir die Lebensqualität Ihres Vierbeiners erheblich steigern, indem wir dessen Mobilität erhöhen, Schmerzen reduzieren oder verhindern, Schmerzmedikation reduzieren oder vermeiden.

 

 

 

Grenzen der Osteopathie

 

Liegt vollkommen zerstörtes Gewebe (z.B. eine Fraktur, Muskel- oder Nervenzerreißungen, Tumorwachstum etc.) vor, so kann die osteopathische Therapie allein mit Sicherheit keinen Erfolg bringen. Um behandlungswürdige und aussichtsreiche Fälle von denjenigen zu unterscheiden, die für die osteopathische Behandlung definitiv ungeeignet sind, ggfs sogar kontraindiziert sind, ist es unerlässlich, dass die Osteopathie von einem Tierarzt Ihres Vertrauens ausgeübt wird!

Als zusätzliche Therapie, gerade bei Frakturen etc., eignet sich die Osteopathie aber hervorragend, um Verspannungen, Verkürzungen, Überlastungen, Verklebungen usw. während der Phase der Ruhigstellung (Verband, Schiene, Fixierung) zu verhindern und die Heilung zu beschleunigen.

 

 

 

Kontraindikationen:

 

¨ Trächtigkeit: es könnte zur Auslösung eines Abortes kommen!

¨ Tumoren des Blutes und des Lymphsystems: es kann zu einer verstärkten Ausbreitung von Tumorzellen kommen

¨ Tiere, die völlig entkräftet sind

 

 

 

Kombination der Osteopathie mit anderen Behandlungsmethoden:

 

Wir kombinieren die Osteopathie in bestimmten Fällen sehr gerne mit Akupunktur, Neuraltherapie oder Homöopathie. Ebenso ist eine osteopathische Behandlung nach erfolgter Operation (z.B. Kreuzbandriss etc.) oder Gold-Akupunktur sinnvoll.

 

 

 

Was Sie vor und nach der Therapie-Sitzung beachten sollten:

 

Für das Wohlbefinden des Tieres ist es von Vorteil, wenn der Sitzung ein kleiner, ruhiger Gassigang vorangeht, damit Blase und Darm entleert sind - mit praller Blase entspannt es sich schlecht .

Das Tier sollte weder überhitzt noch nass sein!

Bedenken Sie, dass eine osteopathische Sitzung grosse Anstrengung und Konzentration für den Therapeuten wie für das Tier bedeutet - auch wenn es nicht danach aussieht!

Deshalb sollte Ihr Tier möglichst aus einer eher ruhigen Situation kommen und nicht direkt nach dem anstrengenden Hundesport oder stundenlangem Toben mit Freunden, so dass der Patient bereits vor der Sitzung völlig ausgepowert ist.

 

Nach der Sitzung sollten Sie Ihrem Vierbeiner wiederum einen kurzen, entspannten Spaziergang anbieten, da durch die Therapie häufig der Darm angeregt wird.

Gönnen Sie Ihrem Tier unbedingt danach viel Ruhe!! In der Regel sind die Patienten nach der Behandlung erschöpft und wollen sich ausruhen - oft schlafen sie sehr tief und ungewöhnlich lange. Lassen Sie sich dadurch nicht beunruhigen, das ist völlig normal und sogar wünschenswert. Es zeigt sich so, dass das Gewebe und der Körper „gearbeitet“ und somit reagiert haben.

 

Bringen Sie bitte Röntgenaufnahmen oder wichtige Untersuchungsunterlagen, sofern vorhanden, mit.

 

 

 

Ablauf der Sitzung:

 

Bringen Sie Zeit mit! Ihr Zeitdruck überträgt sich auf Ihr Tier und verhindert so möglicherweise eine optimale Entspannung.

Die Erstsitzung dauert in der Regel 30 bis 40 Minuten, da zunächst eine genaue Anamnese erstellt werden muss und das Tier gründlich nach Problemen „durchsucht“ wird. Oft ergeben sich während der Untersuchung oder Behandlung ganz andere Probleme, die bisher nur überdeckt waren.

Alle weiteren Sitzungen dauern ca. 30 Minuten.

 

Auch wenn es Ihnen schwerfällt: sprechen Sie Ihren Vierbeiner während der Sitzung möglichst nicht an oder suchen Blickkontakt - damit erschweren Sie die Kontaktaufnahme und das Einfühlen des Therapeuten. Sie dürfen selbstverständlich anwesend sein - nur in absoluten Ausnahmefällen ist es für das Tier besser, wenn die Behandlung ohne Besitzer durchgeführt wird. Dies wird aber im Einzelfall mit Ihnen abgesprochen.

 

Sie dürfen gerne eine weiche, dicke Decke oder sonstige Auflage mitbringen, damit sich das Tier von Anfang an wohlfühlt.

 

Wir bitten Sie auch, im Sinne einer besseren Konzentrationsfähigkeit Ihres Tieres, die Begleitung möglichst auf eine oder maximal zwei Personen zu beschränken. Andere Tiere oder kleine Kinder, die Ihre Aufmerksamkeit oder die des Patienten stören könnten, bitten wir nicht mit in die Sitzung zu bringen - zum Wohle des zu behandelnden Tieres!

 

In der Regel lässt sich bereits nach der ersten oder zweiten Behandlung ein Erfolg feststellen, bzw. kann der Therapeut abschätzen, wie viele Behandlungen nötig sind und ob es sich überhaupt um die richtige Therapieart handelt.

 

Insgesamt kommen wir normalerweise mit maximal fünf bis zehn Sitzungen im Abstand von zunächst einer Woche, dann zwei Wochen, später mit längeren Abständen, aus.

Bei manchen Tieren lässt sich deren allgemeines Wohlbefinden enorm steigern, wenn eine Sitzung einmal monatlich ausgeführt wird.

 

Jeder Patient ist individuell und braucht deshalb einen individuell auf ihn abgestimmten Behandlungsplan und Behandlungsablauf. Gerade in der Osteopathie betrachten wir Ihr Tier unter ganzheitlichen Gesichtspunkten, was die Methode zwar zeitlich aufwändig, aber auch so erfolgreich macht.

 

 

 

Preise

 

Die Erstsitzung incl. Ausführlicher Anamnese und Befunderhebung kostet 60,- € (incl. MWSt), alle weiteren Sitzungen 40 € (incl. MWSt).

 

 

Wenn Sie noch weitere Fragen haben oder sich individuell für Ihr Tier informieren möchten, können Sie gerne mit uns Kontakt aufnehmen!

 

 

© Tierärztin Antonia Körber, August 2009