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In Kürze
Eine alternative Behandlungsform
der Coxarthrose als Spätfolge der
Hüftgelenksdysplasie und eine Son-
derform der Akupunktur stellt das
Implantieren von 24-karätigem
Gold im Bereich der Articulatio co-
xae dar. Nach Darstellung des theo-
retischen Hintergrundes im Sinne
der TCM wird diese Art der Dauer-
Akupunktur in der praktischen
Durchführung beschrieben. Die Er-
folgsquote von 95% beruht auf den
Aussagen der Patientenbesitzer und
der von überweisenden Kollegen.
Mögliche naturwissenschaftliche Er-
klärungsversuche werden disku-
tiert.
Einleitung
Berichten über die Behandlung mit Gold-
implantaten begegnen die meisten Kolle-
gen zunächst mit grosser Skepsis. Diese
Skepsis wird schnell zu Misstrauen, wenn
gleichzeitig über die Erfolgsquote dieser

(Zeichnung von Durkes)
Behandlungsmethode berichtet wird. Ohne
eine fundierte naturwissenschaftliche Er-
klärung liefern zu können, soll im Folgen-
den der Hintergrund aus der Sicht der Tra-
ditionellen Chinesischen Medizin (TCM)
kurz dargestellt und erläutert werden.
240 Kleintiermedizin 6/99
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Material
Traditionelle Chinesische Medizin
Das Verständnis der TCM bereitet zu-
nächst semantische Schwierigkeiten, da
gleiche Begriffe verschiedene Inhalte mei-
nen können. Des weiteren liegt der TCM
eine von "westlicher" Medizin völlig un-
terschiedliche Auffassung von Krankheit
zu Grunde.
Darüber hinaus ist zu beachten, dass die
Akupunktur nur einen ganz kleinen Teil
der TCM repräsentiert.
Der Begriff Krankheit in der TCM__________________________
Die Traditionelle Chinesische Medizin
nimmt für sich ausdrücklich in Anspruch,
eine ausgewogene Behandlung von Kör-
per, Geist und Seele zu versuchen. Funda-
Altersverteilung Cox-Arthrose

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mentale Grundlage ist die Be-
deutung des Kräftespiels zwi-
schen Yin und Yang sowie der
harmonische Fluss der "Le-
bensenergie" Qi. Lebewesen
sind zum einen in dieses Kräf-
tespiel eingebunden und als
Teil dieses energetischen Sy--
stems spüren sie jede Störung
des Gesamtsystems und rea-
gieren entsprechend mit Körper, Seele und
Geist. Zum anderen stellen sie quasi einen
Mikrokosmos dar, in welchem die gleichen
Prinzipien herrschen sollen. Die Kunst des
Mediziners muss nun darin bestehen, den
Patienten dazu zu befähigen, die gestörte
Harmonie sowohl in sich als auch mit sei-
ner "Umwelt" wieder herzustellen. Ein Zi-
tat aus dem Grundlagenwerk der TCM,
den "Gesprächen des Gelben Kaisers"
(kurz: Nei-Jing) mag dies veranschauli-
chen: "Mensch und Natur sind untrennbar
verbunden. Die zyklische Bewegung der
Himmelskörper erzeugt atmosphärische
Einflüsse, die die Abfolge der Jahreszeiten
bestimmen und verantwortlich sind für die
Veränderungen in allen lebenden und toten
Dingen. Diese Zyklen wiederholen sich
endlos, nach einem vorhersagbaren Mu-
ster und doch ist ihnen die Neigung zu
chaotischem Verhalten eigen. Es ist dieses
Chaos auf makrokosmischer Ebene, das das
subtile (...) Gleichgewicht im Menschen
stört und Krankheiten verursacht."
(Ni. S.373)
Diese äußeren pathogenen Einflüsse -
wie Wind, Kälte, Hitze, Feuchtigkeit
- haben natürlich auch direkten und
indirekten Einfluss auf den Bewe-
gungsapparat. Die "westlichen" Diag-
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Ergebnisse

Ergebnisse in Prozent
nosen. wie z.B. Poly-Arthritis, Ischialgie,
Lumbago, Rheuma, HWS-Syndrom usw.
mögen bei der Entscheidung, ob die Aku-
punktur als Therapieform angewendet
werden kann, sehr' hilfreich sein, bieten
aber keine brauchbaren Grundlagen für ei-
ne solche Behandlung, allenfalls dann,
wenn man eine "Kochbuch-Akupunktur"
("man nehme...") benutzt. Dies führt je-
doch in den wenigsten Fällen zu einem
dauerhaften Erfolg. Die "chinesischen"
Diagnosen, wie "Eindringen von Wind
und Kälte in den Gallenblasen-Meridian",
"Innerer Wind aufgrund von auflodern-
dem Leberfeuer", "Stau von Qi und Blut",
"Verfestigung von Schleim" usw. usw..
mögen zwar demgegenüber eine schöne,
blumige Beschreibung auch der Ursache
sein, aber auch sie bieten keinen unmittel-
baren therapeutischen Ansatz, außer
"Wind ausleiten", "Schleim verflüssigen",
"Stase beseitigen" usw.
So wie in der "westlichen" Medizin eine
Lahmheit durch die verschiedensten Kom-
ponenten des Bewegungsapparates (akti-
ver und passiver Teil) und den verschie-
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densten Ursachen (z.B.
entzündlich, degenerativ,
viral, bakteriell, trauma-
tisch) hervorgerufen wer-
den kann, so müssen Ar-
throsen und Goldimplan-
tate auch in der TCM
weiter untersucht wer-
den. Die "chinesische"
Diagnostik ruht auf vier
Säulen: Sehen, Hören
(und Riechen), Fragen und Fühlen und soll
zu einer möglichst genauen Beschreibung
der Disharmonie führen, wobei "Sympto-
me und Krankheitszeichen" der Chinesi-
schen Medizin nicht unbedingt als solche
anerkannt werden (z.B. Abwesenheit von
Durst bei Kälte-Zuständen, Entschei-
dungsunfähigkeit hei Gallenblasen-
Schwäche u.ä.) (Maciocia. 1994, S.153ff)
Die „chinesische" Voruntersuchung, ob
Goldimplantate die Beschwerden des
Hundes lindern' oder gar heilen können,
weicht jedoch vom obigen Schema ab:
Hier wird untersucht, ob ein bestimmtes
Syndrom vorliegt. Diese Untersuchung
geschieht in aller Regel während des Ge-
sprächs mit dem Besitzer und wird von
diesem oft gar nicht als Untersuchung er-
kannt: der Hund wird in der Ruhe beob-
achtet, beim Aufstehen, beim Gehen, die
sog. "Shu-Punkte' des Blasenmeridians
werden palpiert und bei Empfindlichkeit
auch die korrespondierenden "Mu-Punk-
te". Gleichzeitig wird im Gespräch ver-
sucht, den Typus des Hundes zu erkennen.
Erst wenn die "westliche" Diagnose "Arth-
rose" lautet und die chinesische das Vor-
handensein einer speziellen Disharmonie
Ergebnisse und Altersverteilung
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Ist das „Wandernde Bi“. Vom „Schmerz-
haften Bi" wird gesprochen, wenn Kälte
den Fluss von Qi und Blut beeinträchtigt,
ein Syndrom, welches der Arthrose sehr
nahe kommt. Ist der pathogene Faktor
Feuchtigkeit, so spricht man in der TCM
vom "Fixierten Bi", arthrotische Be-
schwerden mit Gelenkergüssen könnte die
"westliche" Diagnose lauten. Eine Arthritis
entspräche einem "Hitze-Bi". Darüber hin-
aus wird in der TCM nach der Eindringtie-
fe der pathogenen Faktoren differenziert
und unterscheidet so "Haut-Bi". "Muskel-
Bi", "Sehnen-Bi". "Gefäß-Bi" und "Kno-
chen-Bi" (Kubiena 1996. S.204f).
Punktauswahl
Die Punktauswahl zur Behandlung erfolgt
unter Berücksichtigung dieser Befunde.
Bei der Nadel-Akupunktur werden neben
gelenksnahen Punkten auf dem betreffen-
den Meridian zusätzlich energetisch wirk-
same Fernpunkte genadelt, um eine Har-
monisierung zwischen Yin und Yang und
einen harmonischen Qi-Fluss zu erreichen.
Darüber hinaus kommen noch "einfluss-
reiche Punkte" zum Einsatz., denen eine be-
sondere Wirkung zugeschrieben wird, z.B.
Bl 11 (Dashu) als Punkt für die Knochen
oder Gb 34 (Yanglingquan) für die Sehnen
(Maciocia 1994).
Goldimplantate bei
Hüftgelenksarthrosen
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Geschichtliches
Die Methode der Goldimplantation ent-
wickelte sich als eine Sonderform der Aku-
punktur. In den frühen sicbziger Jahren be-
nutzte Grady Young als einer der ersten
kleine Goldstücke, die er an Akupunktur-
Punkte verbrachte, um einen Dauerreiz auf
diese Punkte auszuüben. 1975 begann
Terry Durkes mit den ersten klinischen
Studien und beschrieb die Methode aus-
führlich (Durkes S. 285 - 289). Im Jahre
1989 begann der dänische Tierarzt Jens
Klitsgaard, arthrotische Gelenke mit Gold-
implantaten zu behandeln. Auf dem 1VAS-
Congress (International Veterinary Acu-
puncture Society) 1996 konnte er von über
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400 behandelten Hunden berichten, bei de-
nen er Durkes' Methode - ein wenig modi-
fiziert - allgewandt hatte. Auch er stellte
die Goldimplantation als eine Form der
Dauer-akupunklur dar (Klitsgaard). In Ab-
weichung von der klassischen Nadelaku-
punktur verzichteten die Pioniere aller-
dings auf eine Behandlung über die Fern-
punktc, sie setzten das Gold lediglich in die
gelenksnahen Akupunktur-Punkte.
Vorbereitung des Patienten
Hat sowohl die TCM-Untcrsuchung als
auch die klinische Untersuchung - ein-
schließlich der Begutachtung aktueller
Röntgenaufnahmen - ergeben, dass eine
Indikation für die Goldimplantate gegeben
ist, wird der Hund für den Eingriff vorbe-
reitet. Leider gibt Durkes in seinem Artikel
keinen Hinweis darauf, wie er in der Vor-
bereitung verfahren ist, Klitsgaard benutz-
te eine mit Propofol eingeleitete und mit
Halothan/Lachgas erhaltene Intubations-
narkose. Der Autor selbst wendet eine mit
Propofol eingeleitete und mit Isofluran ge-
fahrene Intubationsnarkose nur bei absolu-
ten Risiko-Patienten an. Die überwiegende
Mehrzahl der Hunde erhält lediglich eine
Injektion mit Medetomidin (Domitor-®).
Eine Dosis von 60 bis 8O µg pro kg Kör-
pergewicht reicht völlig aus, um den Hund
ruhigzustellen, das Op-Gebiet vorzube-
reiten und bewirkt eine mittlere, aber aus-
reichende Analgesie, um die Kanülen zu
platzieren. Falls es irrtümlich zu einer Pene-
tration in die Gelenkkapsel käme,. zeigte
dies der Hund durch heftige Abwehrbewe-
gungen an. Die Nachteile des Medetomi-
din - wie Atemdepression und Bradykardie -
müssen sorgfältig klinisch überwacht wer-
den und gegebenenfalls mit Atropin und
Effortil begegnet werden.
Akupunkturpunkte
Im weiteren Procedere suchte Klitsgaard
die Akupunktur-Punkte Gb 29 (Juliao), Gb
30 (Huanliao) und Bl 54 (Zhibian) mit ei-
nem Punktsuchgerät auf. Dieses Verfahren
hat jedoch ganz erhebliche Nachteile. Ein
Punktsuchgerät findet im Grunde keinen
Akupunktur-Punkt, sondern lediglich
Hauptpunkte mit erniedrigtem elektrischen
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Kleintiermedizin 6/99 242
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mit dem Mandrin in die Tiefe geschoben.
Die notwendige Einstichtiefe wird mit der
Kanüle palpiert. Sollte einmal Blut oder
Synovia aus der Kanüle austreten, muss
diese wieder entfernt werden. Eine Blu-
tung ist durch Kompression der Einstich-
stelle schnell zum Stillstand zu bringen,
die Kanüle muss jedoch aus anderer Rich-
tung an den entsprechenden Punkt vorge-
schoben werden. Nachdem alle Gold-
stückchen platziert sind, sollte durch eine
abschließende Röntgen-Kontrollc ihre
korrekte Lage überprüft werden. In der
Regel reicht dazu die übliche HD-Aufnah-
me im ventro-dorsalem Strahlengang aus.
Nachbehandlung
Nach Abschluss der Implantation ist keine
Nachbehandlung im eigentlichen Sinne
notwendig, da keine Operationswunden
entstehen. Es hat sich jedoch als nützlich
herausgestellt, die Bewegung langsamer
zu steigern, als der Hund dies möchte, da-
mit es nicht zu Zerrungen der Muskulatur

Goldimplantate in situ bei Cox-Arthrose
und "Muskelkater" kommt. Wurden vor
dem Eingriff z.B. NSAIDs verabreicht,
muss individuell entschieden werden, ob
diese plötzlich abgesetzt werden können,
oder ob es für den Hund besser ist, sich aus
der medikamentösen Therapie auszu-
schleichen.
Ergebnisse
Bisher wurden vom Autor 285 Hunde mit
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Cox-Arthrosen durch Goldimplantate be-
handelt: davon 163 Rüden und 122 Hün-
dinnen. Die Altersvcrtcilung ist Abb.3 zu
entnehmen. Die Beurteilung der Behand-
lungsergebnisse erfolgte durch den Besit-
zer und durch den überweisenden Kolle-
gen.
Dabei bedeutet:
• beschwerdefrei: der Hund bewegt sich
wie ein gleichaltriger, gesunder Hund
lahmheitsfrei und bekommt keine Me-
dikamente
• wesentlich besser: wie beschwerdefrei,
starke Anstrengungen führen jedoch
wieder zu kurzzeitigen Lahmheiten, die
ohne Behandlung wieder verschwinden
• leicht besser: der Hund zeigt noch eine
Lahmheit, kommt jedoch mit einer we-
sentlich geringeren Dosis an Medika-
menten aus
• unverändert: die Goldimplantate zei-
gen keinen Einfluss auf die Schmerzen
oder die Bewegungsfähigkeit.
Statistisch ausgewertet wurde die Kran-
kengeschichte von 258 Hunden (Abb. 4).
Das prozentuale Ergebnis ist in Abb. 5 ver-
anschaulicht. Die Ergebnisse sind bei jün-
geren Hunden besser, dennoch können
auch ältere Tiere erfolgreich behandelt
werden (Abb. 6).
Diskussion
Die durch die Goldimplantate erzielten
Ergebnisse geben sicherlich eine subjek-
tive Einschätzung über den Patienten wie-
der. Abgesehen von der Schwierigkeit, die
Ausgangssituation des Hundes in Bezug
auf Schmerzhaftigkeit und Bewegungs-
freude auch als Tierarzt zu objektivieren,
ist nur die subjektive Beurteilung durch
den Besitzer ein Problem. Seine Einschät-
zung des Ergebnisses ist zum einen abhän-
gig von seiner Einschätzung der Aus-
gangssituation, zum anderen aber auch
von seinen Erwartungen in die Methode.
Andererseits ist die Beurteilung durch den
Besitzer kein absoluter Nachteil, weil nie-
mand den Hund besser kennen und beob-
achten kann als er. Somit scheidet eine
Doppel-Blind-Studie zur "objektiven“ Be-
|
urteilung der Ergebnisse schon aus metho-
dischen und sachlichen Gründen aus, al-
lenfalls eine "kontrollierte Follow-Up-
Studie" wäre denkbar, denn auch das sub-
jektive Empfinden des Besitzers ist ein
wichtiges Kriterium des Erfolges.
Erklärungsversuche
Wirkung der Akupunktur
In dem Bestreben zu erklären, auf welche
Weise die Goldimplantate wirken, ist es
nötig, zunächst die Wirkungsweise der
Akupunktur zu erklären. Bezogen auf
Schmerzzustände gibt es hierzu mittler-
weile zahlreiche Arbeiten. Die z.Zt. rele-
vantesten Erklärungsmodelle sind (Zitat
nach Focks):
• durch Stimulation der Akupunktur-
Punkte kommt es zu einer Anregung der
Endorphin-Produktion und damit zu ei-
ner Hvpalgesie (Liao Sg.(1978):
Recent advances in the understanding
of acupuncture.
Yale J.Biol.Med.51;55-65)
• Hemmung der Schmerzafferenz auf
Rückenmarksebene: (Gate-Control-
Theorie von Melzack und Wall
(Melzack, R., Wall, P.D.: Pain mecha-
nism. A new theory. Science 150
(I965): 971-979)
• Verbesserung der Durchblutung durch
Sympathikus-Stimulation ( Ernst, M.,
Lee, M.: Sympathetic vasomotor chan-
ges induced by manual und electrical
acupuncture of the Hoku-point visuali-
zed by thermography. Pain. 21 (1985):
25-34)
• Segmentale Wirkung: Neuro-anatomi-
sche Entsprechungen von Akupunktur-
Punkten und inneren Organen (Head,
McKenzie)
• Einflussnahme auf verschiedene Neu-
rotransmitter und Hormone: gesichert
für Serotonin (Han, CS et al: The role of
central 5-HAT in acupuncture analge-
sia. Sci Sin 22:91-104 )und f'iir Cortison
(Maret,A.et dl: Akupunkturpunkte zei-
gen objektive (Erhöhung des Serumcor-
tisols) und subjektive (De-Qi-Empfin-
dung) Spezifität, acupuncture in medi-
cine 5. 1997)
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Naturwissenschaftlicher Ansatz
Eine speziell auf die Goldimplantate be-
zogene, naturwissenschaftliche Erklärung
gibt Durkes selbst: Er schickt zunächst
voraus, dass im Prinzip solche Erkrankun-
gen auf die Goldimplantate ansprechen,
die einen chronischen Charakter aufwei-
sen, mit starken elektrisch-negativen La-
dungen gekoppelt sind und mit einer örtli-
chen Alkalose einhergehen. In dem Masse,
wie die elektrische Ladung zunimmt,
nimmt auch die Alkalose zu, was wieder-
um zu größeren Schmerzen beim Patienten
führt. Wenn die negativen Ladungen im
Gelenk zunehmen, wird dieses auch
schmerzvoller werden, es sei denn, der Pa-
tient kann die negativen Ladungen "neu-
tralisieren". Dies versucht der Körper mit
H+, Na+ und Ca++ Ionen. Letztere haben
an den Gelenken besondere Bedeutung.
Auf diese Art erklärt Durkes. dass es sehr
schmerzhafte Gelenke mit nur geringen
röntgenologischen Veränderungen gibt
und im Laufe des Alters die röntgenologi-
schen Veränderungen zwar zunehmen, der
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Schmerz jedoch abnimmt.
Auch Klitsgaard schließt sich im wesentli-
chen dieser Erklärung an und fügt hinzu,
dass das 24-karätige Gold in der Lage ist,
die negativen elektrischen Ladungen zu
neutralisieren. Selbstverständlich sind dies
nur erste Erklärungsversuche, die jedoch
einen Widerspruch nicht diskutieren: Falls
das Gold tatsächlich nur die elektrischen
Ladungen "neutralisiert", die im Gelenk
entstehen, wäre es nicht wichtig, die Aku-
punktur-Punkte exakt zu treffen, das Gold
müsste lediglich außen an die Gelenkkap-
sel verbracht werden, um zu wirken.
Gleichzeitig weisen beide Autoren jedoch
mit Nachdruck darauf hin, dass die Gold-
implantation nur von sehr erfahrenen Aku-
punkteuren durchgeführt werden sollte,
um erfolgreich zu sein.
Eigene Erfahrung
Der Autor hat die Erfahrung gemacht, dass
die Goldimplantate umso schneller und
besser wirken, je genauer das Gold in die
- individuellen - Akupunktur-Punkte ver-
bracht werden konnte. Dies setzt
schon eine gewisse Erfahrung in der
Palpation des jeweiligen Areals voraus.
Fazit
Die Goldimplantation ist eine relativ
neue Form der Dauer-Akupunktur.
Die erzielten Ergebnisse entspringen nicht
substantiellen Studien und Forschungen,
sie sind noch lediglich eine Gruppierung
von vielen Einzelergebnissen. Kon-
trollierte wissenschaftliche Studien müssen noch folgen. Mit der
|
Verbreitung der Goldimplantation werden
die anderen Verfahren zur Bekämpfung ei-
ner Cox-Arthrose nicht obsolet. Die Gold-
implantation ist eine Schmerztherapie
(vielleicht auch etwas mehr?) neben ande-
ren erfolgreichen Methoden. Sie verbindet
in idealer Weise das jahrtausendealte Wis-
sen der Traditionellen Chinesischen Mcdi-
zin mit der modernen medizinischen Diag-
nostik und Therapie: Ohne TCM kein Wis
sen, über welche Akupunktur-Punkte
behandelt werden kann und ohne Allge-
mein-Analgesie und Röntgen keine sinn-
volle Goldimplantation. Wer die Goldim-
plantation jedoch lediglich als eine weite-
re Operationsmethode begreift und anwen-
det, wird - früher oder später – scheitern,
ein Scheitern, welches leicht fälschlicher-
weise den Goldimplantaten angerechnet
werden kann. Wer jedoch über eine fun-
dierte Akupunktur-Ausbildung verfügt und
auf entsprechende Erfahrung zurückgrei-
fen kann, der wird mit Klitsgaard sagen
können: "During my carrier as a veterina-
rian, I have never recieved so much positi
ve response on a single operation, as I ha-
ve got on the goldbead implantations."
Literaturhinweise:
1996Draehmpaehl, Dirk und Andreas Zohmann, Akupunktur bei Hund und Katze, Gustav Fischer, Jena 1995
Durkes, Terry E., Gold Bead Implants. In: Schoen, A.(Hrsg), Veterinary Acupuncture, Mosby-Verlag, New York, 1994
Focks, Claudia und Norman Hillenbrand: Leitfaden Traditionelle Chinesische Medizin, Gustav Fischer, Ulm 1997
Kaptchuk, Ted: Das große Buch der chinesischen Medizin, O.W.Barth, 1991
Klitsgaard, Jens, Goldimplants, Vortrag auf dem 22.IVAS-Congress, Spiez, 1996
Kubiena, Gertrude, Kleine Klassik für die Akupunktur, Haug-Verlag, Heidelberg 1989
Dies.: Chinesische Syndrome verstehen und verwenden, W.Maudrich, München 1996
Maciocia, Giovanni, Die Grundlagen der chinesischen Medizin, Kötzting 1994
Ders.: Die Praxis der chinesischen Medizin, Kötzting 1997
Ni, Maoshing, Der gelbe Kaiser, O.W.Barth, 1995
Schulze, Erhard: Goldimplantate in der Schmerztherapie, Zeitschrift für Ganzheitliche Tiermedizin, 12.Jg, Heft 3, 1998
Ders.: Goldimplantate: Grundlagen und Ergebnisse aus der Praxis. Vetimpulse, 8.Jg, Nr 14, 1999
Thoresen, Are. A „new“ method of placing goldimplants to treat hipdysplasia. Vortrag auf dem IVAS-Congress, Spiez
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